Im Schritttempo

Holzstühle mit grauen Polstern reihen sich um kleine, runde Tische. Darauf stehen Bildschirme, Tastaturen und Mäuse. Ringsum an den Wänden hängen Poster von Autos, die irgendwann einmal von Kunstschaffenden gestaltet wurden: Andy Warhol, Michael Jagamara Nelson, Esther Mahlangu. Im Kursraum der Fahrschule Easy Drivers in der Wiener Augasse liegt neben dem Geruch von Kaffee auch ein wenig Nostalgie in der Luft.
Gerhard Malzer, dem die Fahrschule gehört, ist seit mehr als 40 Jahren Fahrlehrer. In dieser Zeit ist in der Branche viel passiert. Früher ein Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit, steht das Auto heute für CO2-Ausstoß, Materialverbrauch, Luxus. In den Städten mangelt es an Parkplätzen, Staus kosten Zeit und Nerven. Der öffentliche Verkehr ist häufig attraktiver.
Malzer merkt das. Die Zahl seiner Fahrschülerinnen und Fahrschüler geht leicht zurück. Gleichzeitig bilden Fahrschulen jene aus, die künftig auf den Straßen unterwegs sind – Nachwuchs für den Verkehr der Zukunft. Dabei arbeiten Malzer und seine Kollegen in einer Branche, die dem Wandel im Verkehrssektor unterworfen ist. E-Autos und andere umweltfreundliche Antriebe ersetzen den Verbrenner. Eines Tages könnte künstliche Intelligenz den Menschen am Steuer ersetzen. Wie stellen sich Fahrschulen darauf ein?