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Microdosing: Ein Quantum Glück

Nahaufnahme: Im rechten Teil des Bildes liegen ganz viele rosa Pillen. Links liegen zwei einzelne.
© Pexels

Alex hat sich seine Dosis selbst gemischt. Er löst ein kleines Plättchen LSD in Alkohol auf und mischt alles mit einem Liter Wasser. Das schmeckt zwar ziemlich bitter, aber zumindest kann er das Gemisch in der Küche dann leichter erkennen. Vormittags trinkt er einen kleinen Schluck aus der Flasche, etwa ein Zehntel. Genug, um die gewünschte Wirkung zu erreichen, aber zu wenig, um high zu werden.

Was Alex da praktiziert, ist gar nicht so selten. Seit etwa fünf Jahren erfährt das Phänomen des Microdosing zunehmend Aufmerksamkeit, in der Presse, im Internet, aber auch bei Forscherinnen und Forschern. Es geht dabei um die regelmäßige Einnahme von sehr kleinen Dosen psychedelischer Substanzen wie LSD oder Psilocybin, die fast überall auf der Welt als illegale Drogen eingestuft sind – der Grund, warum Alex seinen echten Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will.

Große Versprechen

Wie viele Microdoser erhoffte er sich vom LSD keinen Rausch, keine bunten Farben, keine Visionen von verformten Möbeln oder Fledermäusen, die eigentlich gar nicht da sind. Die geringe Menge, die er zu sich nimmt, soll sich unterschwellig entfalten und nur ein wenig in seiner Stimmung bemerkbar machen.

Manche Microdoser wie Alex versuchen, auf diese Weise ihre Konzentration und Leistung zu verbessern, wacher und kreativer zu sein, andere wollen empathischer und sozialer werden. Viele setzen auf medizinische Effekte, wollen ihre Laune heben, Migräne oder Ängste lindern. Menschen mit Depression hoffen, sich im Alltag zufriedener und vitaler zu fühlen. Microdosing, das Glück in kleinen Dosen, verspricht Großes. Noch ist die Forschung aber skeptisch, ob die winzigen Mengen LSD oder Psilocybin wirken….

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