Sie haben es Saat

Immer schärfere Chilis züchten, diesen Trend wollte Michael Theurl nicht mitmachen. Schärfe ist in Ordnung, aber schmecken soll es schließlich auch. Deshalb züchtete der Tiroler Hobbygärtner einfach seinen eigenen Chili, der „Black Heart“ heißt. Die Pflanzen tragen rote, runde Früchte mit einer guten Schärfe, perfekt für eine Jause. Die Chilis sind aber etwas ganz Besonderes: Ihr Saatgut ist als Open Source lizenziert und damit gemeinfrei.
Bekannt ist das Prinzip aus der Softwarebranche, und es funktioniert bei Saatgut ähnlich. Jeder kann es frei verwenden, um seinen eigenen „Black Heart“-Chili anzupflanzen oder damit neue Sorten zu züchten. Die entstehenden Sorten sind dann wiederum gemeinfrei. Züchter wie Theurl können ihr Saatgut zwar verkaufen – schließlich kostet die Züchtung Zeit und Geld –, aber von anderen keine Gebühr für die Weiternutzung verlangen. Sie verzichten auf alle geistigen Eigentumsrechte an ihrem Saatgut. So sieht es die Open-Source-Lizenz vor, die Theurl für seine Chilis nutzt.
Gegen die Macht der Konzerne
Entwickelt wurde die Lizenz von Open-Source-Seeds, einer Initiative im hessischen Marburg, die zum Verein Agrecol gehört. Etwa hundert Pflanzensorten hat die Initiative schon lizenziert. Sie stemmt sich damit gegen…
Weiterlesen auf derstandard.at